Ingolstadt/Antibes, 04.06.2026. Audi hat den Nuvolari vorgestellt und damit einen neuen Supersportwagen mit Hybridantrieb angekündigt, der als stärkstes und schnellstes Serienfahrzeug der Markengeschichte positioniert wird. Das Modell soll ab dem ersten Halbjahr 2027 ausgeliefert werden und ist auf 499 Exemplare begrenzt. Neben der reinen Leistung rückt Audi vor allem Technik aus dem Motorsport in den Mittelpunkt.
Kurz zusammengefasst:
Audi Nuvolari, vorgestellt am 04.06.2026 in Ingolstadt/Antibes. Supersportwagen mit High-Performance-Hybridantrieb, 736 kW (1.001 PS) Systemleistung und mehr als 350 km/h Höchstgeschwindigkeit. 0 auf 100 km/h in 2,6 Sekunden, 0 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden. Produktionsstart bzw. Auslieferungsbeginn im ersten Halbjahr 2027. Auf 499 Fahrzeuge limitiert. Preise für Deutschland nennt Audi noch nicht.
Technik, Antrieb und Fahrleistungen
Der Nuvolari kombiniert einen 4,0-Liter-V8-Biturbo mit drei Elektromotoren. Zusammen kommt der Antrieb auf 736 kW beziehungsweise 1.001 PS. Der Verbrennungsmotor leistet 588 kW oder 800 PS, hinzu kommen drei Axialfluss-Elektromotoren mit jeweils 110 kW. Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Bruttokapazität von 7,3 kWh. Audi nennt außerdem ein maximales Drehmoment des V8 von 730 Nm und eine Drehzahl von bis zu 10.000 U/min. Vor allem diese hohe Drehzahl verweist auf die Nähe zum Motorsport, den Audi in der Kommunikation mehrfach als technisches Vorbild betont.
Bei den Fahrleistungen spricht der Hersteller von 2,6 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h und 6,8 Sekunden von 0 auf 200 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 350 km/h. Solche Werte machen den Nuvolari zu einem klaren Extremmodell innerhalb des Programms. Zugleich zeigt die Antriebsarchitektur, dass Audi nicht allein auf Mehrleistung setzt, sondern auf eine fein abgestimmte Verteilung zwischen Verbrenner und Elektromotoren. An der Vorderachse übernehmen zwei ölgekühlte Axialflussmotoren laut Audi bis zu 2.150 Nm Drehmoment und unterstützen den quattro-Antrieb mit variabler Kraftverteilung. Zwischen V8-Mittelmotor und Getriebe sitzt ein dritter E-Motor, der das System ergänzt.
Quattro weitergedacht, Aerodynamik und Bremsen
Mit dem sogenannten quattro predictive ride will Audi das bekannte Allradsystem in eine neue Stufe überführen. Das System verarbeitet laut Hersteller Fahrzustand, Lenkwinkel, Gierrate, Beschleunigung und Grip-Niveau in einem Fahrzeugzustandsmodell und reagiert vorausschauend auf mögliche Traktionsverluste. Für den Fahrer oder die Fahrerin bedeutet das laut Audi eine feinere Abstimmung von Traktion, Stabilität und Fahrdynamik, vor allem bei wechselnden Straßenbedingungen. Besonders die beiden E-Motoren an der Vorderachse spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie ein variables elektrisches Torque Vectoring ermöglichen.
Über einen Drehsteller am Lenkrad stehen vier Fahrmodi zur Wahl. E-Hybrid soll rein elektrisches Fahren für kurze Strecken und urbane Bereiche ermöglichen, Balanced ist auf Alltag und Effizienz ausgelegt, Dynamic schärft die Reaktionen des Antriebs, und Dynamic+ richtet das Fahrzeug stärker auf maximale Performance aus. Für den Track bietet Audi zusätzlich einen Modus mit weiteren Abstufungen von Wet über Dry und Race bis hin zu TC Off. Damit wird deutlich, dass der Nuvolari nicht nur als Straßensportwagen, sondern auch als Auto mit ausgeprägtem Rennstreckenfokus gedacht ist.

Auch bei der Fahrzeugstruktur rückt Audi den Motorsport in den Vordergrund. Der Nuvolari nutzt einen neu entwickelten Audi Space Frame mit Carbon-Exterieur. Nahezu alle Außenteile bestehen aus carbonfaserverstärktem Kunststoff. Das soll Gewicht sparen und gleichzeitig die Verwindungssteifigkeit erhöhen. Audi beschreibt das Verfahren als besonders aufwendig, verweist aber auf die daraus resultierende strukturelle Stabilität. Geschmiedete Center-Lock-Räder feiern im Serienportfolio der Marke ihre Premiere.
Ein zentrales Thema ist die aktive Aerodynamik. Der ausfahrbare Heckflügel arbeitet in mehreren Stufen und soll je nach Situation Abtrieb oder Luftwiderstand optimieren. Im Hochabtriebsmodus nennt Audi mehr als 400 Kilogramm Abtrieb, was vor allem bei schnellen Kurvenfahrten und auf der Rennstrecke relevant ist. Zusätzlich kommt ein aus der Formel 1 bekanntes Drag Reduction System zum Einsatz, das manuell aktiviert werden kann und den Luftwiderstand auf Geraden senkt. Damit zeigt Audi, dass die aerodynamische Abstimmung nicht nur auf Geradeauslauf und Endgeschwindigkeit, sondern ebenso auf Stabilität und Kurvenperformance ausgelegt ist.
Ebenso leistungsorientiert fällt das Bremssystem aus. Audi setzt auf ein Brake-by-Wire-System sowie auf neue Ceramic-Pro-Bremsen mit Zehnkolben-Festsätteln vorn und Vierkolben-Sätteln hinten. Die Bremsscheiben messen an der Vorderachse 420 mal 40 Millimeter und an der Hinterachse 410 mal 32 Millimeter. Der Hersteller spricht zudem von einer verbesserten Wärmeabfuhr und hoher Dauerbelastbarkeit. Für einen Supersportwagen ist das ein wichtiger Punkt, weil Leistung auf der Straße nur dann dauerhaft nutzbar ist, wenn Antrieb, Kühlung und Verzögerung zusammenpassen.
Innenraum, Marktstart und Einordnung
Im Innenraum setzt Audi auf eine reduzierte, fahrerzentrierte Gestaltung. Anzeigen und Bedienelemente sind auf das Wesentliche konzentriert, physische Schalter und digitale Flächen sollen sich funktional ergänzen. Farbige Akzente beziehen sich auf historische Motorsportbezüge, ohne dass daraus ein nostalgischer Stilbruch entstehen soll. Der vordere Bereich des Cockpits ist dunkel gehalten, der hintere Bereich setzt mit dem Farbton Shadow Dune einen Kontrast. Auch hier folgt die Form klar der Funktion: leicht, fokussiert und auf die Fahraufgabe ausgerichtet.
Die Leichtbausitze mit Carbonstruktur passen in dieses Konzept. Sie sollen Gewicht reduzieren und gleichzeitig Seitenhalt und ergonomische Unterstützung bieten. Für ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse ist das naheliegend, weil nicht nur Beschleunigung, sondern auch präzise Kontrolle und eine stabile Sitzposition im Alltag wie auf der Rennstrecke entscheidend sind. Der Audi Nuvolari soll im ersten Halbjahr 2027 ausgeliefert werden. Limitiert ist das Modell auf 499 Exemplare. Preise nennt Audi bislang nicht, ebenso fehlen Angaben zu einer möglichen Verfügbarkeit in einzelnen Märkten, etwa in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Auch bleibt offen, wie umfangreich die Serienausstattung ausfällt und ob der Hersteller den Nuvolari langfristig als eigenständige Baureihe oder eher als exklusives Halo-Modell positioniert.
Für den Markt ist die Vorstellung vor allem ein Signal. Audi verbindet hier Hochleistung, Hybridtechnik und Formel-1-inspirierte Lösungen zu einem Modell, das die Spitze des Angebots markieren soll. Gleichzeitig zeigt der Nuvolari, in welche Richtung sich leistungsstarke Serienfahrzeuge bei Audi entwickeln könnten: weg vom reinen Verbrenner, hin zu komplexen Hybridarchitekturen mit stärkerer Elektrifizierung und präziser Fahrdynamikregelung. Mit dem Nuvolari reagiert Audi auf die wachsende Bedeutung elektrifizierter Performance-Konzepte im Hochleistungssegment. Der Hersteller versucht dabei offenbar nicht, Elektrotechnik allein über Reichweite oder Effizienz zu definieren, sondern über Dynamik, Regelbarkeit und technische Differenzierung. Für Interessenten an Supersportwagen ist das relevant, weil der Nuvolari zeigt, wie sich klassische Sportwagenattribute wie Klang, Leistung und Direktheit künftig mit hybriden Systemen verbinden lassen. Wie alltagstauglich das am Ende tatsächlich ist, werden allerdings erst die späteren Markt- und Fahrberichte zeigen.
Häufige Fragen
▾ Warum ist der Audi Nuvolari besonders?
Der Nuvolari ist Audis erster Supersportwagen mit High-Performance-Hybridantrieb und soll zugleich das stärkste Serienfahrzeug der Markengeschichte sein.
▾ Wann kommt das Modell auf den Markt?
Audi nennt den Auslieferungsbeginn im ersten Halbjahr 2027.
▾ Wie viele Fahrzeuge werden gebaut?
Das Modell ist auf 499 Exemplare limitiert.
▾ Sind Preise bekannt?
Nein, Preise für Deutschland oder andere Märkte nennt Audi bisher nicht.
Fotos: © Audi
