Rüsselsheim. Opel hat das Antriebsportfolio des Astra und des Astra Sports Tourer überarbeitet und setzt dabei stärker auf elektrische und teilelektrische Varianten. Der Astra Electric kommt nun mit größerer Reichweite, der Plug-in-Hybrid fährt weiter rein elektrisch, und mit Hybrid sowie Diesel bleibt das Angebot bewusst breit aufgestellt.
Kurz zusammengefasst:
Der Opel Astra Electric schafft nun bis zu 454 Kilometer WLTP-Reichweite und erhält erstmals eine V2L-Funktion. Der Plug-in-Hybrid bekommt eine größere 17-kWh-Batterie und soll bis zu 84 Kilometer rein elektrisch fahren. Ergänzend bleiben Hybrid und 1,5-Liter-Diesel im Programm, sodass Opel unterschiedliche Nutzungsprofile weiter abdeckt.
Was Opel am Astra geändert hat
Opel stellt den Astra und den Astra Sports Tourer mit einem überarbeiteten Antriebsangebot auf. Die zentrale Neuerung betrifft den batterie-elektrischen Astra Electric, dessen Reichweite nach Herstellerangaben auf bis zu 454 Kilometer nach WLTP steigt. Auch der Plug-in-Hybrid wurde weiterentwickelt und soll mit größerer Batterie und höherer elektrischer Reichweite im Alltag mehr Spielraum bieten. Parallel dazu bleibt das Modellprogramm mit Hybrid und Diesel ungewöhnlich breit aufgestellt, was vor allem für unterschiedliche Einsatzzwecke interessant ist.
Astra Electric: mehr Reichweite und erstmals V2L
Der Astra Electric leistet weiterhin 115 kW (156 PS), bekommt aber einen 58-kWh-Akku mit 55 kWh nutzbarer Kapazität. Opel nennt für die Kompaktklasse damit eine WLTP-Reichweite von bis zu 454 Kilometern. Gegenüber der bisherigen Angabe spricht der Hersteller von rund 35 Kilometern mehr bis zum ersten Ladestopp. Der Elektromotor stellt 270 Newtonmeter Drehmoment bereit, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 9,3 Sekunden, beim Sports Tourer in 9,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 170 km/h begrenzt.
Neu ist außerdem V2L, also Vehicle to Load. Damit kann der Astra Electric externe elektrische Geräte versorgen oder laden, etwa am Urlaubsort oder unterwegs. Solche Funktionen rücken bei Elektroautos immer stärker in den Fokus, weil sie den Wagen nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern auch als mobile Energiequelle nutzbar machen. Ergänzt wird das durch ein dreistufig einstellbares Rekuperationssystem über Lenkradwippen. Beim Laden nennt Opel 100 kW an der Gleichstrom-Schnellladesäule für 80 Prozent in rund 32 Minuten. Serienmäßig an Bord ist zudem ein 11-kW-Onboard-Charger für das Laden an der Wallbox.

Plug-in-Hybrid mit größerer Batterie
Auch der Plug-in-Hybrid erhält ein Update. Opel nennt eine Systemleistung von 144 kW (196 PS) und bis zu 360 Newtonmeter Drehmoment. Der Antrieb kombiniert einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 110 kW (150 PS) und einen Elektromotor mit bis zu 92 kW (125 PS). Dazu kommt ein elektrifiziertes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Batterie wächst auf 17 kWh, von denen 14 kWh nutzbar sind. Damit soll der Astra Plug-in-Hybrid bis zu 84 Kilometer rein elektrisch fahren, im Stadtzyklus nach EAER-City sogar bis zu 101 Kilometer. Für den Kompaktwagen ist das ein spürbarer Zuwachs, weil der Alltag auf kurzen Strecken stärker elektrisch abgedeckt werden kann.
Bei den Fahrleistungen bleibt der Astra Plug-in-Hybrid ebenfalls ordentlich unterwegs: Für die Limousine nennt Opel 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, für den Sports Tourer 7,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 225 km/h, rein elektrisch sind bis zu 135 km/h möglich. Für Käufer, die häufig kurze Pendelstrecken fahren, kann diese Kombination aus längerer E-Reichweite und klassischer Verbrennerreserve besonders relevant sein.
Hybrid und Diesel bleiben im Angebot
Neben den elektrifizierten Varianten führt Opel den Astra Hybrid weiter. Hier arbeitet ein 100 kW (136 PS) starker Turbobenziner mit einem 15,6 kW (21 PS) starken Elektromotor zusammen. Die Systemleistung liegt bei 107 kW (145 PS), die Kraft wird über ein elektrifiziertes Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe übertragen. Opel beschreibt das System als alltagstaugliche Lösung für Fahrer, die ohne Ladekabel auskommen möchten, aber trotzdem einen elektrischen Anteil im Antrieb nutzen wollen. Kurzstrecken im Stadtverkehr kann der Astra Hybrid laut Hersteller zeitweise rein elektrisch bewältigen.
Wer ganz klassisch unterwegs sein will, kann weiterhin den 1,5-Liter-Diesel mit 96 kW (130 PS) und serienmäßiger 8-Gang-Automatik wählen. Das maximale Drehmoment beträgt 300 Newtonmeter, der Sprint auf 100 km/h gelingt in 10,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 209 km/h. Der Diesel bleibt damit vor allem für Vielfahrer und längere Strecken eine Option, während Opel das Modell gleichzeitig Richtung Elektrifizierung ausbalanciert.
Für den Markt ist die Aktualisierung vor allem deshalb relevant, weil der Astra damit in der Kompaktklasse eine ungewöhnlich breite Wahlfreiheit bietet. Zwischen vollelektrischem Fahren, Plug-in-Hybrid, selbstladendem Hybrid und Diesel deckt Opel mehrere Nutzungsprofile ab. Genau das dürfte für Käufer interessant sein, die beim nächsten Kompaktwagen nicht nur zwischen Benzin und Strom wählen wollen, sondern auch zwischen Reichweite, Ladebedarf und Alltagstauglichkeit.
Fotos: © Opel
